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Am 28. Februar 2026 lösten israelisch-amerikanische Angriffe auf den Iran die schlimmste Luftfahrtkrise seit der Pandemie aus. Innerhalb von 48 Stunden schlossen sich acht Lufträume gleichzeitig, mehr als 12.900 Flüge wurden gestrichen und eine Million Passagiere saßen fest. Airline für Airline, Flughafen für Flughafen — hier ist der vollständige Überblick zum Stand 7. April 2026: welche Strecken noch funktionieren, welche wieder aufgenommen wurden und welche Alternativen es gibt.

Die Krise vom 28. Februar 2026: Was passiert ist

Von Nebel umhüllter Flughafenterminal mit auf dem Vorfeld stehenden Flugzeugen — Luftfahrtkrise Naher Osten 2026
Geparkte Flugzeuge auf dem Vorfeld, gesperrte Lufträume: die beispiellose Luftfahrtkrise im Nahen Osten.

8 geschlossene Lufträume, 1 Million betroffene Passagiere

  • Auslöser: 28. Februar 2026, israelisch-amerikanische Angriffe auf den Iran
  • 12.903 gestrichene Flüge in 48 Stunden (≈ 40 % der geplanten Abflüge laut Cirium)
  • 8 geschlossene Lufträume: Iran, Israel, Irak, Jordanien, Katar, Bahrain, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate
  • Kerosinpreis: von 88 auf 216 $/Barrel (+145 %)
  • Über 1 Million Passagiere weltweit direkt betroffen

Laut France 24 ist die gleichzeitige Schließung der drei großen Golftransit-Drehscheiben (Dubai, Doha, Abu Dhabi) beispiellos in der Geschichte der Zivilluftfahrt. Zwar gab es in der Vergangenheit regionale Störungen, doch noch nie hatte eine so lang anhaltende Schließung — mehr als 24 Stunden — so viele interkontinentale Verbindungen auf einmal lahmgelegt.

Die unmittelbare Folge für Reisende: Alle Flüge, die über die Golfhubs nach Asien, Afrika oder Ozeanien führten, wurden gestrichen oder verzögert. Alternativen wurden sofort knapp, was auf den wenigen noch betriebenen Strecken zu einem rasanten Preisanstieg führte.

Dieser Ratgeber ist auf dem Stand vom 7. April 2026. Die Lage ändert sich täglich. Prüfen Sie vor jeder Reise stets den aktuellen Status Ihres Fluges auf der Website Ihrer Airline. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes finden Sie unter auswaertiges-amt.de.

Schnellübersicht: Airline-Status am 7. April 2026

FluggesellschaftTel AvivDubaiDohaBeirut
Air France❌ bis 19.04.❌ bis 19.04.✅ indirekt❌ bis 19.04.
Lufthansa Gruppe❌ bis 31.05.❌ bis 31.05.
British Airways❌ bis 31.05.❌ bis 31.05.❌ bis 30.04.
KLM❌ bis 17.05.❌ bis 17.05.
Turkish Airlines
Emirates✅ reduziertes Programm
Qatar Airways✅ schrittweise Wiederaufnahme
El Al⚠️ < 5 % Kapazität
Wizz Air❌ bis 20.04.❌ bis Mitte Sept.

Europäische Fluggesellschaften: Lufthansa, Air France und British Airways

Großes Passagierflugzeug beim Start von einer Flughafenpiste — europäische Fluggesellschaften 2026
Foto von Michael auf Unsplash

Lufthansa Gruppe — Alle Töchter gesperrt bis 31. Mai 2026

Für deutsche Reisende ist das die wichtigste Nachricht: Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways und Edelweiss haben allesamt ihre Flüge nach Dubai und Tel Aviv bis zum 31. Mai 2026 ausgesetzt. Das bedeutet: Wer über einen der Lufthansa-Gruppe-Hubs in den Nahen Osten oder Südostasien via Golf fliegen wollte, muss Alternativen suchen.

Der Konzern verfügt über eine Treibstoffabsicherung (Hedging) von 82 % im ersten Quartal und 77 % für das Gesamtjahr — ein solider Schutzschirm bis in den Herbst hinein. CEO Carsten Spohr kündigte an, dass die Gruppe bereit sei, neue Strecken nach Kuala Lumpur zu eröffnen und die Verbindungen nach Südostasien auszubauen. Laut TRT World wurde die Aussetzung verlängert, um „auf allen Verbindungen des Konzerns das höchste Sicherheitsniveau zu gewährleisten ».

  • Gesperrt bis 31. Mai 2026: Dubai (DXB), Tel Aviv (TLV), Abu Dhabi (AUH)
  • Ausweitung der Kapazitäten: Bangkok, Singapur, Tokio, Kuala Lumpur (zusätzliche Flugzeuge)
  • Kostenloses Umbuchen auf alle betroffenen Flüge bis Anfang Juni
  • Hedging: 82 % des Kerosinbedarfs im Q1 abgesichert — bester Schutz der europäischen Airlines

Air France — Gesperrt bis 19. April, Schwenk nach Asien

  • Gesperrt bis 19. April: Dubai, Riad, Tel Aviv, Beirut
  • Kapazitätserweiterung: Bangkok, Phuket, Singapur, Delhi, Tokio (zusätzliche A380 und A350)
  • Kostenlose Umbuchung bis 26. April (KLM ebenfalls bis 26. April)
  • Paris–Bangkok nonstop: ca. 900 bis 3.500 € je nach Verfügbarkeit

Angesichts der Sperrung der Golfluftstraßen hat Air France seine Strategie umgehend auf Asien ausgerichtet. Ab dem 4. März setzte die Airline größere Flugzeuge auf den Strecken Paris–Bangkok, Paris–Phuket und Paris–Singapur ein, um die Nachfrage der Passagiere aufzufangen, die sonst über Dubai oder Doha geflogen wären. Diese Kapazitätserweiterungen werden den ganzen Sommer 2026 fortgesetzt, mit zusätzlichen Flügen nach Bangkok, Singapur, Bangalore, Tokio und Osaka.

Laut L’Écho Touristique ist Air France die einzige große französische Airline, die nonstop nach Asien fliegt, ohne an einem Golfhub zu zwischenlanden — was sie zur natürlichen Referenzalternative für Reisende macht, die Südostasien in diesem Frühjahr und Sommer erreichen wollen.

British Airways — Kostenlose Umbuchung bis 1. Juni 2026

British Airways hat seine Stornierungen nach Amman, Bahrain, Dubai und Tel Aviv bis zum 31. Mai verlängert. Flüge nach Doha sind bis zum 30. April ausgesetzt, Abu Dhabi bis auf weiteres. Als Ausgleich fügt die britische Airline Flüge in die Karibik hinzu, um einen Teil der verlorenen Einnahmen zu kompensieren.

Fluggastrechte British Airways: Passagiere können ihren Flug kostenlos bis einschließlich 1. Juni 2026 umbuchen oder werden auf Partnerlinien umgeleitet. Es ist sogar möglich, den Abflugs- oder Zielort ohne Gebühren oder Preisaufschlag zu ändern, sofern der neue Weg im gleichen Land oder in einem Umkreis von 750 Meilen liegt.
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Low-Cost-Airlines: easyJet und Ryanair in der Kerosin-Krise

Margen unter Druck trotz Hedging

  • easyJet: Pläne zur Wiederaufnahme der Flüge nach Tel Aviv vorerst verschoben
  • easyJet Hedging: 84 % des H1-Bedarfs zu 715 $/Tonne abgesichert (sehr wettbewerbsfähiges Niveau)
  • Ryanair: schließt jegliche Massenstornierungen aus
  • Ryanair Hedging: ca. 67 $/Barrel — bestes Niveau der gesamten Branche
  • Sommerpreise 2026: 20 bis 40 % teurer als im Sommer 2025

Die beiden großen Low-Cost-Airlines sind nicht direkt von den Luftraumsperrungen im Golf betroffen, da sie hauptsächlich in Europa und im Mittelmeerraum operieren. Dennoch spüren sie den Kerosinpreisschock deutlich, der ihre ohnehin knappen Margen bedroht.

easyJet eröffnet weiterhin neue europäische Strecken: Paris CDG–London Stansted ab dem 5. März, Montpellier–Manchester ab dem 30. März und Straßburg–Marrakesch ab dem 3. Mai 2026. Die Airline hat 84 % ihres Kerosinbedarfs im ersten Halbjahr zu 715 Dollar pro Tonne abgesichert — weit unter den aktuellen Marktpreisen, was ihr ermöglicht, die Tarife im europäischen Kurzstreckenverkehr einigermaßen stabil zu halten.

Ryanair glänzt mit einer Treibstoffabsicherung von rund 67 $/Barrel, deutlich unter den aktuellen Notierungen. Die Airline baut ihre Präsenz in Europa weiter aus: neue Basis in Marokko (Rabat), 3 Flugzeuge in Tirana stationiert und 10 neue Strecken ab Bratislava. CEO Michael O’Leary erklärte: „Je länger der Konflikt andauert, desto düsterer wird die Lage » — und bestätigte gleichzeitig, dass keine Massenstornierungen geplant seien.

Für innereuropäische Reisen bleiben easyJet und Ryanair kurzfristig die verlässlichsten Optionen. Ihre Flüge nach Tel Aviv oder Dubai sind jedoch weiterhin gestrichen — für den Golf sind sie keine Option.

Turkish Airlines: Istanbul als Drehscheibe der Welt

Panoramablick auf den Bosporus und Istanbul — alternativer Luftfahrt-Hub Turkish Airlines 2026
Istanbul und der Bosporus: Die türkische Metropole etabliert sich 2026 als unverzichtbarer Transitknotenpunkt.

10 Länder gesperrt — aber ein Hub, der alles auffängt

  • Gesperrte Länder: Bahrain, Saudi-Arabien, Iran, Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Syrien, VAE
  • Hub IST: 85 Millionen Passagiere in 2025 — Knotenpunkt von 3 Kontinenten
  • Verlängerung: 1,5 bis 3 Stunden mehr Flugzeit je nach asiatischem Ziel
  • Frankfurt–Bangkok via Istanbul: ab ca. 650 € (gegenüber bis zu 5.000 € nonstop an bestimmten Tagen)

Paradoxerweise hat die Krise Istanbul zum großen Gewinner der weltweiten Luftfahrtdisruption gemacht. Die weltgrößte Airline nach Anzahl der angebotenen Destinationen musste zwar Flüge in die Konfliktländer des Golfs und des Nahen Ostens aussetzen, doch der Istanbuler Flughafen hat sich sofort als wichtigster alternativer Hub für den gesamten Passagier- und Frachtverkehr zwischen Europa, Asien und Afrika etabliert.

Laut ACTE International ist das Ziel der Branche, über alternative Hubs wie Istanbul „Luftbrücken » aufzubauen. Die zusätzliche Flugzeit ist real (1,5 bis 3 Stunden je nach asiatischem Ziel), doch der Preisunterschied ist im Vergleich zu direkten Alternativen meist sehr attraktiv.

Für Reisende nach Südostasien bietet die Kombination eines günstigen Tickets von Frankfurt oder München nach Istanbul (ca. 50–120 €) mit einem Turkish-Airlines-Flug Istanbul–Bangkok (ab 550 €) heute das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt.

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Golfairlines: Emirates und Qatar Airways — die schrittweise Erholung

Passagierflugzeug im Flug bei Sonnenuntergang — Emirates Qatar Airways Wiederaufnahme Naher Osten 2026
Foto von Tim Dennert auf Unsplash

Emirates — 127 Destinationen ab Dubai wieder im Betrieb

  • DXB und AUH: seit dem 4. April 2026 vollständig in Betrieb
  • 127 Destinationen im aktuellen Programm (Netz nahezu vollständig, ausgenommen Naher Osten)
  • Deutschland: 2 Flüge/Tag Frankfurt, 1 Flug/Tag München, regelmäßige Verbindungen Düsseldorf und Hamburg (A380)
  • Vorfall 16. März: Tankbrand in DXB (Drohnenangriff), Betrieb rasch wieder aufgenommen
  • Tickets nach Deutschland um 30 bis 50 % teurer als in Normalzeiten

Emirates gehört zu den drei produktivsten Airlines weltweit. Der Dubai International Airport (DXB), der für 2026 auf 99,5 Millionen Passagiere abzielte, hat den Schock voll abgefangen, bevor er den Betrieb wieder aufnahm. Am 16. März hatte ein Tankbrand infolge eines Drohnenangriffs zu einer vorübergehenden Einstellung der Aktivitäten geführt — ein Zeichen für die Fragilität der Erholung.

Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways und Lufthansa haben am 4. April 2026 gemeinsam bestätigt, dass der Dubai International Airport (DXB) und der Abu Dhabi Airport (AUH) vollständig in Betrieb sind, wie Travel and Tour World berichtet.

Qatar Airways — Doha auf Erholungskurs, 120 Destinationen bis Mitte Mai angepeilt

  • 120 Destinationen bis Mitte Mai 2026 geplant (gegenüber 170 vor dem Konflikt)
  • Frankfurt–Doha: ca. 10–12 Flüge/Woche im April (gegenüber ca. 20 in Normalzeiten)
  • Asien wieder geöffnet: Bangkok, Singapur, Tokio, Mumbai, Manila, Jakarta, Bali, Phuket, Malediven
  • Weiterhin gesperrt: Dubai (DXB), Abu Dhabi (AUH), Bahrain (BAH), Beirut (BEY)

Qatar Airways nimmt den Betrieb vom Hamad International Airport in Doha schrittweise wieder auf. Die Airline hat einen revidierten Flugplan veröffentlicht, der bis Mitte Mai 2026 mehr als 120 Destinationen vorsieht — das entspricht 70 % des Streckennetzes von vor dem Konflikt. Ozeanien ist bereits vollständig wiederhergestellt: Melbourne, Perth und Sydney sind wieder im Programm.

Fluggastrechte Qatar Airways: Für alle Buchungen zwischen dem 28. Februar und dem 15. Juni 2026 bietet die Airline kostenlose Datumsänderungen und auf Wunsch eine vollständige Erstattung.

FlyDubai und Air Arabia: die Golf-Low-Cost-Airlines nehmen den Betrieb wieder auf

A321 von Gulf Air auf dem Vorfeld — Low-Cost-Airlines im Golf, FlyDubai und Air Arabia 2026
Die Golfairlines nehmen ihren Flugbetrieb seit Ende März 2026 schrittweise wieder auf.

FlyDubai: 100+ Destinationen und Rückkehr nach Europa

  • FlyDubai: mehr als 100 Destinationen ab Dubai (+29 gegenüber Mitte März)
  • Basel-Mülhausen: 3 Flüge/Woche mit Boeing 737 MAX seit dem 30. März 2026
  • Air Arabia: Flüge in die VAE, den Libanon, nach Jordanien, Syrien und in den Irak weiterhin ausgesetzt
  • Air Arabia hält eine begrenzte Anzahl von Flügen in Abstimmung mit den lokalen Behörden aufrecht

FlyDubai zeichnet sich als eine der schnellsten Airlines aus, die den Betrieb vom Golf aus wieder aufgenommen hat. Die Low-Cost-Tochter von Emirates bietet nun mehr als 100 Destinationen ab und nach Dubai an — 29 Destinationen mehr als Mitte März. Die Wiederaufnahme der Verbindung nach Basel-Mülhausen (3 Flüge pro Woche mit Boeing 737 MAX ab dem 30. März) ist ein positives Signal für europäische Reisende.

Air Arabia hingegen bleibt stark eingeschränkt. Die in Sharjah (VAE) ansässige Airline wurde von den regionalen Luftraumsperrungen hart getroffen. Laut Euronews sind ihre Flüge in die Emirate, den Libanon, nach Jordanien, Syrien und in den Irak weiterhin ausgesetzt; die Airline hält ein stark reduziertes Programm in Abstimmung mit den Luftfahrtbehörden aufrecht.

Gulf Air (Bahrain) hat einige ihrer Flüge auf den Flughafen Dammam (Saudi-Arabien), 85 km entfernt, verlagert. Sie bietet drei wöchentliche Flüge nach Frankfurt bis zum 12. April, tägliche Flüge nach London sowie Verbindungen nach Athen, Casablanca, Kairo und Bangkok.

El Al: Die israelische Fluggesellschaft bei 5 % Kapazität

Abflugstafel eines Flughafens — El Al Israel Ben Gurion Situation 2026
Der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv arbeitet im Langsamgang: ein Flug pro Stunde, maximal 50 Passagiere beim Abflug.

Ben Gurion unter extremem Druck

  • El Al: nur rund 5 % der üblichen Kapazität
  • Maximum: 1 Flug pro Stunde, 50 Passagiere beim Abflug (seit 5. April auf 100 erhöht)
  • Aufrechterhaltene Ziele: Frankfurt, München, Berlin, Wien (Europa) + New York JFK/EWR, Miami, Los Angeles (USA)
  • Sirenenalarme und Raketenalarm wiederholt in den Terminals
  • Auswärtiges Amt: Reisen nach Israel werden offiziell nicht empfohlen

Die Lage am Ben-Gurion-Flughafen (TLV) bleibt eine der kritischsten der Krise. Das israelische Verkehrsministerium hat beispiellose Beschränkungen eingeführt: maximal ein Flug je Stunde, mit anfänglich maximal 50 Passagieren beim Einsteigen. Seit dem 5. April wurde diese Obergrenze auf 90–100 Passagiere pro Flug angehoben, doch die Verfügbarkeiten bleiben bis Mitte April extrem begrenzt.

Laut Air Journal plant El Al, den Großteil seiner Langstreckenflüge — insbesondere nach New York, Bangkok oder Hanoi — auf die Flughäfen Aqaba (Jordanien) und Taba (Ägypten) zu verlagern, wo die Flugzeuge ohne die in Tel Aviv geltende Passagierbegrenzung abheben können.

Offizielle Reisewarnung: Das Auswärtige Amt rät offiziell von Reisen nach Israel ab. Falls Sie unbedingt reisen müssen, konsultieren Sie die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise unter auswaertiges-amt.de vor jeder Abreise. Die Lage wird alle zwei Tage neu bewertet.

Betroffene Flughäfen: Lage an den wichtigsten Drehscheiben

Die fünf Hubs im Überblick

Dubai DXB: Dubai hatte für 2026 99,5 Millionen Passagiere angepeilt. Am 16. März hatte ein Tankbrand infolge eines Drohnenangriffs den Betrieb vorübergehend unterbrochen. Seit dem 4. April laufen die Operationen wieder vollständig, und der Flughafen wird von Emirates, Etihad, Qatar Airways und Lufthansa als betriebsbereit erklärt.

Doha DOH: Der Hamad International Airport verzeichnete zu Beginn der Krise mehr als 2.000 Flugstornierungen. Die Erholung verläuft seit dem 18. März schrittweise: Qatar Airways betreibt zunächst ein reduziertes Programm von rund 70 Destinationen. Ziel ist es, bis Mitte Mai 2026 auf 120 Destinationen zu kommen.

Tel Aviv TLV: Ben Gurion ist der fragilste Hub der Region. Am 22. März schränkten die Behörden den Betrieb auf einen Flug pro Stunde mit maximal 50 Passagieren beim Abflug ein. Passagiere wurden bei mehreren Sirenenalarmen in Schutzräume evakuiert. Seit dem 5. April wurde die Grenze auf 90–100 Passagiere angehoben.

Beirut BEY: Einige kommerzielle Verbindungen wurden wieder aufgenommen, jedoch in sehr begrenztem Umfang. Emirates hat seine Flüge in den Libanon ausgesetzt. Middle East Airlines (MEA, die libanesische Nationalfluggesellschaft) hält bestimmte Verbindungen nach Paris und einige europäische Destinationen aufrecht, aber die Verfügbarkeiten sind sehr eingeschränkt.

Maskat MCT — Der unbekannte Notfall-Hub: Oman ist zum stillen Evakuierungshub des Golfs geworden. Laut Euronews haben seit Beginn der Krise mehr als 97.000 Reisende Maskat passiert. Oman Air hat seine Frequenzen nach Kuala Lumpur und Bangkok erhöht. Der Flughafen, ausgelegt für 20 Millionen Passagiere pro Jahr, absorbiert wirksam den Überschuss an von Dubai und Abu Dhabi umgeleitetem Verkehr.

Alternative Routen: Die 5 Korridore, die noch funktionieren

Flughafenterminal Helsinki — Alternative Finnair Routen Europa-Asien 2026
Der Flughafen Helsinki (Finnair): eine der besten Alternativen, um Asien ohne Zwischenstopp im Golf zu erreichen. Foto via Pixidia.

Den Nahen Osten umfliegen: die Strecken, die funktionieren

Die Sperrung mehrerer Lufträume zwingt die Airlines, zwei große Umgehungskorridore zwischen Europa und Asien einzurichten: einen nördlichen Korridor (über die Türkei, den Kaukasus, Zentralasien) und einen polaren Korridor (über Skandinavien und Sibirien).

  • Korridor 1 — Via Helsinki (Finnair): 11 asiatische Destinationen (Bangkok, Phuket, Tokio, Seoul, Shanghai) über die Polarroute. Frankfurt–Bangkok in ca. 16 Stunden. Ab ca. 350 € durch Kombination Frankfurt–Helsinki Low-Cost + Helsinki–Bangkok Finnair.
  • Korridor 2 — Via Istanbul (Turkish Airlines): breites asiatisches Netz, 1,5–3 Stunden mehr als vor der Krise. Ab ca. 650 € Frankfurt–Bangkok.
  • Korridor 3 — Via Addis Abeba (Ethiopian Airlines): 65+ Destinationen in Asien und Afrika. Ab ca. 700–900 € Frankfurt–Bangkok.
  • Korridor 4 — Nonstop Frankfurt–Singapur (Singapore Airlines/Lufthansa): die direkteste Option für Südostasien und Ozeanien. Der Singapurer Hub ist für innerasiatische Anschlüsse vollständig in Betrieb.
  • Korridor 5 — Via Casablanca (Royal Air Maroc): 9 neue internationale Strecken 2026, darunter Casablanca–Los Angeles (7. Juni, 3 Flüge/Woche mit Boeing 787). RAM verhandelt über die Übernahme von B787-Flugzeugen, die bei Emirates und Qatar Airways am Boden stehen.

Laut Ulysse.com ist das Sitzangebot auf der Strecke Europa–Asien um rund 50 % reduziert, was den Preisanstieg auf allen Vergleichsportalen erklärt. Die Kombination Helsinki (Finnair) + Istanbul (Turkish Airlines) bietet heute für die große Mehrheit der asiatischen Destinationen die beste Balance aus Kosten und Reisezeit.

Auswirkungen auf Ticketpreise: Kerosin und Tickets im Ausnahmezustand

+145 % beim Kerosin — Vorkrisenpreise wohl erst 2027 wieder

  • Kerosin: 88 $ → 216 $/Barrel (+145 % seit dem 28. Februar)
  • Frankfurt–Bangkok: bis zu 5.000 € für ein Einzelticket (gegenüber ca. 500 € in Normalzeiten)
  • Low-Cost Europa: Sommertickets 2026 um 20 bis 40 % teurer als 2025
  • Delta & American Airlines: je 400 Millionen $ Mehrkosten für Treibstoff im März 2026
  • Laut Ulysse.com macht die Krise „keine einzige Airline zu einem Gewinner »

Der Kerosinpreis ist seit den Angriffen vom 28. Februar von 88 auf 216 Dollar pro Barrel gestiegen — ein Anstieg von 145 % innerhalb weniger Tage. Anders als bei früheren Krisen trifft dieser Schlag gleichzeitig alle Regionen der Welt: Europäische Airlines verlieren ihre lukrativen Golfstrecken, Golfairlines leiden unter der Schließung ihrer Hubs, und nordamerikanische Airlines tragen massive Mehrkosten durch Umwege.

Für Reisende sind die aktuellen Preise zum Teil durch Spekulation und Dringlichkeit aufgebläht. Bei vollständiger Wiederöffnung der Lufträume ist eine teilweise Korrektur zu erwarten. Es empfiehlt sich daher, einige Wochen zu warten, bevor man für den Sommer 2026 bucht — es sei denn, die Abreise ist unmittelbar erforderlich. Zwei Szenarien zeichnen sich ab:

Optimistisches Szenario: Teilweise Wiedereröffnung der Straße von Hormus ermöglicht eine schrittweise Entspannung ab Juli 2026, mit einer Rückkehr zu nahezu normalen Tarifen Ende des Jahres.
Pessimistisches Szenario: Anhaltender Konflikt hält den Kerosinpreis den ganzen Sommer über auf kritischem Niveau, mit massiven Stornierungen im Langstreckenverkehr und dauerhafter Preiserhöhung.

Tipp: Wenn Ihr Flug wegen der Krise storniert wurde, kaufen Sie nicht sofort ein neues Ticket zum Höchstpreis. Warten Sie, bis Sie Ihre vollständige Erstattung erhalten haben, und beobachten Sie die Preisentwicklung über die nächsten 2–3 Wochen.

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Häufig gestellte Fragen zur Luftfahrtkrise im Nahen Osten

Sind Flüge nach Dubai wieder verfügbar?

Teilweise ja. Dubai (DXB) und Abu Dhabi (AUH) wurden am 4. April 2026 als vollständig in Betrieb erklärt. Emirates betreibt ein Programm mit 127 Destinationen ab Dubai. Einige europäische Airlines wie Lufthansa, British Airways und KLM haben ihre Flüge nach Dubai jedoch weiterhin bis Ende Mai 2026 ausgesetzt. Prüfen Sie den aktuellen Status direkt auf der Website Ihrer Airline, da sich die Situation ständig weiterentwickelt.

Wie lange sind die Flugsperrungen noch gültig?

Das hängt von der Airline ab. Air France hat ihre Sperrungen bis zum 19. April 2026 verlängert; Lufthansa, British Airways und KLM haben ihre Aussetzungen bis Ende Mai 2026 verlängert. Turkish Airlines hat ihre Sperrungen nach 10 Ländern vorerst ohne festes Enddatum ausgesprochen. Die Daten können sich jederzeit ändern — verfolgen Sie die offiziellen Mitteilungen Ihrer Fluggesellschaft.

Haben Reisende Anspruch auf Entschädigung bei gestrichenen Flügen?

Ja, für Flüge, die in der Europäischen Union abfliegen, gilt die EU-Verordnung 261/2004. Bei einer Stornierung muss Ihre Airline Sie vollständig erstatten oder umbuchen. Erfolgt die Stornierung weniger als 14 Tage vor Abflug, ist zusätzlich eine Pauschalentschädigung vorgesehen: 250 € für Flüge unter 1.500 km, 400 € zwischen 1.500 und 3.500 km und 600 € für längere Strecken. Achtung: Wenn die Airline „außergewöhnliche Umstände » (Krieg, Luftraumsperrung) geltend macht, kann die Entschädigung verweigert werden — die vollständige Erstattung des Ticketpreises bleibt jedoch immer Pflicht.

Was sind die besten Alternativen für Flüge nach Asien ohne Golfhub?

Das Sitzangebot auf der Strecke Europa–Asien ist um rund 50 % reduziert, was den Preisanstieg erklärt. Die vier besten Alternativen für Reisende aus Deutschland sind: (1) Istanbul via Turkish Airlines (ca. 650–1.500 €) — bestes Verhältnis aus Kosten und Häufigkeit; (2) Helsinki via Finnair (ab ca. 350 € durch Kombination von Low-Cost Frankfurt–Helsinki + Finnair Helsinki–Bangkok, Polarroute, ca. 16 Stunden); (3) Addis Abeba via Ethiopian Airlines (ca. 700–900 €); (4) Nonstop Frankfurt–Singapur via Singapore Airlines oder Lufthansa (am teuersten, aber direktester Weg).

Ist ein Stopover in Istanbul sicher?

Ja, Istanbul und die Türkei sind vom aktuellen Konflikt im Nahen Osten nicht betroffen. Der Istanbuler Flughafen (IST) funktioniert normal und hat seinen Betrieb sogar ausgeweitet, um den zusätzlichen Passagierverkehr aufzufangen. Das Auswärtige Amt empfiehlt allgemeine Vorsicht in der Türkei, stuft aber keine der Regionen rund um Istanbul als Reisegebiet mit besonderer Warnung ein. Prüfen Sie vor der Abreise stets die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise unter auswaertiges-amt.de.

Wie hoch sind die Ticketpreise zurzeit?

Die Preise sind stark gestiegen. Für Langstrecken nach Asien via alternative Routen zahlen Sie ab ca. 650 € (via Istanbul) bis zu 5.000 € für Nonstop-Verbindungen an besonders nachgefragten Tagen. Innereuropäische Sommertickets 2026 sind bereits 20 bis 40 % teurer als 2025. Bei vollständiger Wiederöffnung der Lufträume ist eine teilweise Preiskorrektur zu erwarten. Wenn möglich, empfiehlt es sich daher, einige Wochen zu warten, bevor man für den Sommer bucht.

Brauche ich eine eSIM für Reisen in betroffene Regionen?

Eine eSIM ist in der aktuellen Situation besonders empfehlenswert. Umleitungen und ungeplante Zwischenstopps in neuen Ländern können dazu führen, dass Sie plötzlich ohne Datenverbindung auskommen müssen. Mit einer internationalen eSIM (z. B. Airalo) können Sie sofort eine lokale Datenverbindung in einem neuen Land aktivieren, ohne eine physische SIM-Karte zu benötigen. Das ist besonders wertvoll, wenn Sie in letzter Minute alternative Flüge suchen oder Ihren Reisebürokontakt erreichen müssen.

Was ist mit Kreuzfahrten in den betroffenen Regionen?

Kreuzfahrten im Roten Meer, im Persischen Golf und im östlichen Mittelmeer (Israel, Libanon) sind von der Krise stark betroffen. Die meisten Kreuzfahrtgesellschaften haben ihre Routen im Roten Meer und im Golf seit Beginn des Konflikts umgeleitet oder ausgesetzt. Arabische Golf-Routen (Dubai, Abu Dhabi) beginnen sich schrittweise zu erholen, da DXB und AUH wieder voll in Betrieb sind. Informieren Sie sich direkt bei Ihrer Reederei über den aktuellen Status Ihrer gebuchten Route.

Quellen

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